Gerade jetzt, wo es draußen bitterkalt ist, man die dicken und warmen Sachen herausholt und seine Hände mit Handschuhen vor der Eiseskälte zu schützen versucht, gerade da sollte man einmal nach links und nach rechts von sich schauen.
In all der Hektik, in all dem Trubel der Vorweihnachtszeit sollte man auch einmal an die anderen denken, denen es nicht so gut geht, wie einem selber.
Probleme wie ein fehlendes Weihnachtsgeschenk, zugeschneite Parkplätze und das lästige Schneeschippen sind für andere eher unbedeutend, wenn es für sie einzig und allein darum geht, ein warmes Essen auf den Tisch, warme Kleidung am Körper und eine wärmende Unterkunft für die Nacht zu finden.
Nicht nur in Großstädten, wo alles anonym scheint, auch in kleineren Städten und Gemeinden gibt es Menschen, die auf der Straße leben.
Wo andere nach getaner Arbeit abends sich auf dem Weihnachtsmarkt treffen, in geselliger Runde Glühwein trinken und abends in die gut geheizte Wohnung kommen und auf ihrer bequemen Matratze schlafen, wissen andere nicht, wie sie die nächste Nacht überleben.
Zum Glück gibt es da gemeinnützige Einrichtungen wie die Caritas oder die Tafel, die dafür sorgen, dass gerade diese Menschen mit dem notwendigsten geholfen wird. Aber das allein reicht oftmals nicht.
Auch in meiner Stadt sehe ich ab und an auf dem zugeschneiten Fußweg in der großen Einkaufsstraße einen Mann mit einem kleinen Hund sitzen, der auf kleine Spenden hofft. Ich bin in den nächsten Laden, habe etwas Hundefutter und einen warmen Kakao besorgt und es zu dem Mann gebracht. Auch wenn er sich sehr darüber gefreut hat und ich mich für einen kurzen Moment gut gefühlt habe, weil ich ihm ein Lächeln ins Gesicht zaubern konnte, so wusste ich doch, dass dies nur der besagte Tropfen auf den heißen Stein gewesen war.